Scharfes, ungestörtes Sehen ist im Dunkeln besonders wichtig sei es beim Autofahren oder beim nächtlichen Spaziergang. Viele Menschen bemerken jedoch helle, leuchtende Ringe, Strahlenkranze (Starbursts) oder farbige Höfe, die Straßenlaternen, Scheinwerfer und Innenraumleuchten umgeben. Medizinisch wird dieses Phänomen als optische Halos oder Lichtringe bezeichnet.
Wenn Sie sich fragen: „Warum sehe ich Lichthöfe um Lichter nachts?“ oder auffällige Regenbogenhöfe um Lichtquellen bei Nacht bemerken, ist es wichtig, die Lichtbrechung im Auge genauer zu betrachten. Während leichte Blendungen manchmal auf harmlose Ursachen wie trockene Augen oder verschmutzte Sehhilfen zurückzuführen sind, können Lichthöfe um Lichtquellen bei Nacht auch ein wichtiges Frühwarnzeichen für Augenerkrankungen wie Grauen Star (Katarakt), Hornhautschwellungen oder einen akuten Glaukomanfall sein. Dieser umfassende Leitfaden beschreibt die Ursachen, erklärt das Phänomen und zeigt moderne Therapiemöglichkeiten auf.
Inhaltsverzeichnis
Was sind Lichthöfe und wie entstehen sie im Auge?
Um zu verstehen, warum Patienten berichten: „Ich sehe Lichthöfe um Lichter bei Nacht“, muss man den Lichtweg im Auge nachvollziehen. Normalerweise trifft das Licht auf die klare Hornhaut, passiert die Pupille und die Körpereigene Linse und wird direkt auf der Netzhaut (Retina) gebündelt.
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Optische Halos entstehen, wenn die einfallenden Lichtstrahlen auf ihrem Weg zur Netzhaut unregelmäßig gestreut oder gebrochen werden. Wenn die transparenten Strukturen von Hornhaut oder Linse getrübt, geschwollen oder uneben sind, wird das Licht abgelenkt. Diese Lichtstreuung erzeugt leuchtende Kreisringe um konzentrierte Lichtquellen was besonders nachts auffällt, da sich die Pupille in der Dunkelheit weit öffnet.
Was verursacht Lichthöfe um Lichter bei Nacht?

Die Abklärung von Lichthöfen erfordert den Blick auf verschiedene Erkrankungen und Veränderungen des Auges:
1. Grauer Star (Katarakt)
Der Graue Star ist eine fortschreitende Eintrübung der körpereigenen Augenlinse, meist bedingt durch den natürlichen Alterungsprozess. Die verklumpten Proteine in der Linse beugen das einfallende Licht, anstatt es sauber zu bündeln. Diese Beugung ist eine Hauptursache für nächtliche Halos, Blendungen und verschwommene Kontraste.
2. Syndrom des Trockenen Auges (Siccasyndrom)
Ein stabiler Tränenfilm auf der Hornhaut ist essenziell für ein scharfes Bild. Bei trockenen Augen reißt der Tränenfilm rasch ab, wodurch mikroskopische Unebenheiten auf der Hornhaut entstehen. Das Licht bricht sich unregelmäßig, was zu vorübergehenden Halos führt, die nach dem Blinzeln oder der Nutzung von Befeuchtungstropfen oft kurzzeitig nachlassen.
3. Akuter Glaukomanfall (Medizinischer Notfall)
Ein plötzlicher, starker Anstieg des Augeninnendrucks kann Flüssigkeit in die Hornhaut drücken und ein Hornhautödem (Schwellung) verursachen. Diese Flüssigkeit bricht das Licht wie ein Prisma, sodass Patienten intensive Regenbogenhöfe um Lichtquellen bei Nacht wahrnehmen.
WICHTIGER WARNHINWEIS: Wenn Regenbogenhöfe zusammen mit plötzlichen, starken Augenschmerzen, Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen oder Sehverschlechterung auftreten, müssen Sie sofort einen augenärztlichen Notdienst aufsuchen! Dies weist auf ein akutes Winkelblockglaukom hin, das unbehandelt zur Erblindung führen kann.
4. Hornhautverkrümmung und Keratokonus
Unregelmäßigkeiten in der Wölbung der Hornhaut verhindern, dass das Licht auf einem einzelnen Punkt zusammentrifft. Bei Astigmatismus oder Keratokonus (fortschreitende Hornhautvorwölbung) wird das Licht ungleichmäßig gebrochen, was zu verzerrten, elipsoiden Halos oder Strahlen führt.
5. Zustand nach Laser- oder Linsen-OPs (LASIK / PRK / ICL)
In den ersten Monaten nach refraktiven Eingriffen (wie LASIK oder ICL-Implantation) können leichte Gewebeschwellungen, die Wundheilung oder eine große Pupillenweite bei Dunkelheit vorübergehende Blendungen und Halos verursachen.
Ist es normal, Lichthöfe um Lichter bei Nacht zu sehen?
Viele Betroffene fragen sich verzweifelt: Ist es normal, Lichthöfe um Lichter bei Nacht zu sehen?
Die medizinische Antwort lautet Nein, dauerhafte Lichthöfe sind kein normaler Zustand des Auges, wenngleich leichte, flüchtige Lichtreflexe unter bestimmten Bedingungen harmlos sein können:
- Wann es harmlos sein kann: Bei leicht verschmutzten Brillengläsern, zu lange getragenen Kontaktlinsen, vorübergehender Augentrockenheit nach langer Bildschirmarbeit oder während der ersten 1 bis 3 Monate nach einer Augen-OP (wie LASIK oder Grauer-Star-OP).
- Wann es krankhaft ist: Jede anhaltende, sich verschlechternde oder plötzlich auftretende Wahrnehmung von Halos, die das Autofahren bei Nacht beeinträchtigt oder von Schmerzen, Rötungen und Sehschärfenverlust begleitet wird, muss umgehend augenärztlich untersucht werden.
Diagnose und Therapiemöglichkeiten
Um Halos wirksam zu behandeln, muss die genaue Ursache der Lichtstreuung ermittelt werden:
1. Augenärztliche Diagnostik
- Spaltlampenuntersuchung: Beurteilung der Hornhautoberfläche, des Tränenfilms und der Linsenklarheit.
- Hornhauttopografie: Exakte Vermessung der Hornhautkrümmung zur Erkennung von Astigmatismus oder Keratokonus.
- Tonometrie: Messung des Augeninnendrucks zum Ausschluss eines Glaukoms.
2. Gezielte Behandlungen
- Befeuchtende Augentropfen & Punctum Plugs: Stabilisieren den Tränenfilm bei trockenem Auge.
- Angepasste Sehhilfen mit Entspiegelung: Korrigieren unbemerkte Fehlsichtigkeiten und Hornhautverkrümmungen.
- Katarakt-Operation (Linsenaustausch): Entfernung der getrübten körpereigenen Linse und Einsatz einer klaren Kunstlinse (IOL), was kataraktbedingte Halos dauerhaft beseitigt.
- Glaukomtherapie: Drucksenkende Augentropfen, Laserbehandlungen oder Operationen zur Regulierung des Augeninnendrucks.
Behandlungsübersicht im klinischen Vergleich

| Ursache | Typisches Aussehen der Halos | Schmerzlevel | Begleitsymptome | Dringlichkeit & Therapie |
| Grauer Star | Matt leuchtende Ringe & Strahlen | Schmerzlos | Verblasste Farben, schlechtes Nachtsehen | Planbar (Katarakt-OP / Linsenaustausch) |
| Trockenes Auge | Vorübergehende Ringe, flackernd | Mäßiges Brennen | Fremdkörpergefühl, Tränenfluss | Konservativ (Befeuchtungstropfen) |
| Akutes Glaukom | Intensive Regenbogenhöfe | Sehr starker Augenschmerz | Übelkeit, Sehabfall, rote Augen | NOTFALL (Sofortige Drucksenkung) |
| Nach LASIK / PRK | Strahlenkränze, Ringe im Dunkeln | Leichtes Druckgefühl | Trockenheit, Blendung | Vorübergehend (Tropfen, Abwarten) |
Häufig Gestellte Fragen (FAQ)
Warum sehe ich Regenbogenhöfe um Lichtquellen bei Nacht?
Regenbogenhöfe entstehen meist durch ein Hornhautödem (Flüssigkeitsansammlung in der Hornhaut). Die eingelagerte Flüssigkeit bricht das weiße Licht wie ein Prisma in seine Spektralfarben. Ursachen sind oft ein plötzlich stark erhöhter Augeninnendruck (akutes Glaukom), exzessives Tragen von Kontaktlinsen oder frische Augenoperationen.
Können dreckige Brillengläser Halos verursachen?
Ja. Fettfilme, Staub, Schlieren oder Kratzer auf Brillengläsern streuen das Licht, bevor es ins Auge trifft. Das erzeugt sichtbare Halos und Lichtstreifen. Auch verschmutzte oder ausgetrocknete Kontaktlinsen führen zu diesem Effekt.
Gehen Lichthöfe nach einer Grauer-Star-OP von alleine weg?
In den meisten Fällen ja. In den ersten 1 bis 3 Monaten nach einer Katarakt-OP sind leichte Halos normal, da das Auge heilt und sich das Gehirn an die neue Kunstlinse anpassen muss. Anhaltende Halos nach 6 Monaten sollten vom Augenarzt kontrolliert werden.
Wann sind Lichthöfe um Lichter ein medizinischer Notfall?
Ein Notfall liegt vor, wenn die Halos plötzlich auftreten und von starken Augen- oder Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, rotem Auge oder einer schlagartigen Sehverschlechterung begleitet werden. Dies sind Zeichen eines akuten Glaukomanfalls, der sofort behandelt werden muss.



